Qualitätsmerkmale von Netzwerken in lokalen Bildungslandschaften

Ungefähr 55 Teilnehmer haben sich abends eingefunden, um an der Vorlesung zum oben genannten Thema teilzunehmen.
Begonnen wurde von einem Professor, der rein theoretisch die Qualiäten, sprich die Voraussetzungen, für ein funktionierendes lokales Netzwerk aufzählte und diese erläuterte.
Wenn sie nun noch nicht wissen, was man unter Qualiätsmerkmalen von Netzwerken in lokalen Bildungslandschaften versteht, so möchte ich dies nun in meinen eigenen Worten zu erklären versuchen: man versteht darunter die Effizienz der Absprache zwischen der Normativen ("hohe" Ebene), Strategischen ("mittlere" Ebene) und Operativen Ebene ("niedrige" Ebene) in Kommunen, Städten und Gemeinden, also wie gut zum Beispiel die Kita-Betreuerin mit dem Landrat oder dem Bürgermeister kooperiert.
Merkmale, die zum Gelingen dieser "Beziehung" beitragen sind beispielsweise Transparenz, ein reger Austausch an Informationen, Zielschärfung, das Bilden von Arbeitsgruppen und, ganz wichtig, das Vorhandensein von Kooperationspartnern, die zwischen den Ebenen vermitteln und als die sogenannten "Gatekeeper" fungieren.
Von Bedeutung sind ebenfalls Koordinationsgruppen, die den Weg vorgeben. Schließlich kann nicht die Gesamtheit die Richtung vorgeben, diese Aufgabe müssen kleinere Gruppen übernehmen.
Erläutert wurde diese ungemein große Menge an Fakten anhand zweier Beispiele. Das letztere (Saalfeld, Thüringen) wendete die oben genannten Qualitätsmerkmale erfolgreich an und präsentierte nun ein sehr gut funktionierendes Netzwerk, was an dem regen Informations- und Gedankenaustausch zwischen den einzelnen Ebenen in der Beziehungslandschaft ersichtlich war.

Nach der Präsentation fragte ich meinen Sitznachbar, was ihm denn nun besonders gefallen hatte. Er meinte, dass die Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis erfolgreich und verständlich hergestellt wurde, doch wie immer der Zeitfaktor ein Problem darstellte. Er erläuterte mir ebenfalls, dass die Kooperation bei ihm am Arbeitsplatz in der Schulverwaltung nicht so gut wie in den Beispielen funktioniere, da einzelne und zugleich höchst wichtige Schlüsselpersonen z. T. schwer für neue Ideen zu gewinnen sind und deswegen der Gedankenaustausch der höheren Ebene mit der mittleren und unteren nicht immer gut funktioniere.

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Funktionsbarrieren + Hierachiebarrieren = Operative Inseln

Zusammendfassend kann ich sagen, dass es ein sehr interessanter Vortrag war, der viele Zusammenhänge, die zuerst nicht ersichtlich gewesen waren, genauer erläuterte und somit verständlich machte.

Es berichtete: Stefan Zimmer, Kongressreporter 2009

Qualität von Ehrenamt

Ungefähr 40 Interessierte ließen sich von Sonja Spiegler (Geschäftsführerin der Montessori-Schule in Wertingen) über die Effizienz von ehrenamtlicher Arbeit aufklären. Vor allem für die Existenz ihrer Schule seien freiwillige Helfer besonders wichtig. Den gößten Teil dabei nehmen Eltern ein, die sich mit der Anmeldung ihrer Kinder an der Schule dazu verpflichten, mindestens 40 Stunden im Jahr in der Schule mitzuhelfen. Außerdem sind viele Senioren, Ehemalige, Studenten, Lehrer, Außenstehende, aber auch die Schüler selbst involviert. In Gruppenarbeit ließ Frau Spiegler die Teilnehmer verschiedene Beweggründe ehrenamtlichem Engagements entwickeln. Folgende traten dabei zu Tage:

  • Gemeinsam an Problemen arbeiten
  • Der Wille, die eigenen Fähigkeiten anderen mitzugeben
  • Um selbst Neues zu Lernen
  • Um die unfairen Seiten des Bildungssystems auszugleichen (soziales Bewusstsein)
  • Weil es Spaß macht, anderen zu helfen.
Darüber hinaus kamen die Teilnehmer des Workshops zu der Erkenntnis, dass es überaus wichtig sei, nicht nur aus Mitleid Ehrenämter auszuüben. An einer Schule könnte gerade dieser Beweggrund einem "Herabschauen auf die Schüler" gleichkommen.
Das überwiegend junge Publikum sorgte für eine gewisse Lockerheit während der Veranstaltung, gleichsam überzeugte die Referentin mit einer humorvollen Art. Inga Wellstein (Schülerin aus Worms) gefiel besonders, dass die Teilnehmer selbst aktiv werden konnten und Frau Spiegler sehr auf jede Frage eingeging. Sie besuchte den Workshop, weil sie selbst in einem Ehrenamt aktiv ist und sich Anregungen für ihre Arbeit holen wollte. Jedoch war es zeitweise durch die Gruppenarbeit und die anschließende Präsentation der Ergebnisse etwas unruhig.

Ich selbst war insgesamt trotzdem vom Konzept der Montessori-Schule begeistert und der Vortrag selbst war gut gestaltet.